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Business Intelligence Toolvergleich

Business Intelligence Toolvergleich #3 – Tableau

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Das dritte Tool in unserem Business Intelligence Toolvergleich ist ebenfalls eines der bekanntesten. Es handelt sich um Tableau, welches Marktführer in der BI-Visualisierung ist. Nicht nur aus diesem Grund war das Unternehmen in den letzten Jahren im Visier von vielen Technologiekonzernen. Letztendlich war es der CRM-Gigant Salesforce, der die Datenanalysefirma Tableau im Juli 2019 für 15,7 Milliarden US-Dollar übernommen hat. Dadurch kann Salesforce sein Lösungsportfolio im Bereich der Datenanalyse und besonders der Visualisierung von Daten erheblich erweitern. Wenn Salesforce es in den nächsten Jahren schafft, das neu erworbene Datenanalyse-Tool mit seiner mächtigen KI-Plattform Einstein sinnvoll zu integrieren, könnte Salesforce damit seinen zahlreichen Kunden einen erheblichen Mehrwert bieten.

 

Tableau gilt als das Tool schlechthin für die Analyse und Visualisierung von Daten. Es ist einfach zu nutzen und bietet dennoch eine große Menge an Möglichkeiten, um Zusammenhänge aufzuzeigen und verständlich zu visualisieren.

 

Aufbereitung und Zusammenführung von Daten

Bevor eine Analyse oder eine Visualisierung stattfinden kann, benötigt man Daten. Tableau ermöglicht eine einfache Datenanbindung aus verschiedenen Quellen. Die einfache Anbindung ermöglicht es auch, ohne großes technisches Know-How ein Dashboard oder Arbeitsblätter zu kreieren. Eine Quelle kann beispielsweise die Anbindung von Cloud Daten, eine Excel Tabelle oder eine csv-Datei sein. Aber auch Python- und R-Skripte können angebunden werden und erlauben dem Tool sehr viele Analysemöglichkeiten. Innerhalb von sogenannten berechneten Felder können selbstcodierte Berechnungen geschrieben werden, die individuelle Analysen ermöglichen. Somit ist Tableau im Business Intelligence Toolvergleich eher für Anfänger, aber auch Experten geeignet.

 

In Bezug auf die in der Regel enorme zu verarbeitende Datenmenge, gibt es ein sehr weit verbreitetes Problem in der Branche: die Datenvorbereitung. Im Rahmen dieser werden Daten aufbereitet, transformiert und anschließend freigegeben. Hierzu stellt Tableau seinen Usern das Produkt Tableau Prep zur Verfügung. Dieses beinhaltet die zwei Komponenten Tableau Prep Builder und Tableau Prep Conductor.

 

Eine leicht verständliche und benutzerfreundliche Oberfläche, die es erlaubt per Drag-and-Drop zu arbeiten, steht hier im Vordergrund. So können zum Beispiel zu Beginn Datenquellen und -anbindungen über eine geeignete Schlüsselvariable mit unterschiedlichen Joins zusammengeführt werden. Während man dann nach und nach das individuelle Datenmodell aufbaut, kann man die Daten direkt aufbereiten und bereinigen.

Prep-Builder-Tableau-BI-Toolvergleich

Quelle: Vision11 GmbH

Ein weiterer Punkt, der bei der Datenanbindung berücksichtigt werden sollte, ist die Verfügbarkeit verschiedener Daten-Konnektoren. Tableau verfügt über eine große Auswahl jener, die eine schnelle und standardisierte Anbindung ermöglichen. Die Liste reicht von Amazon und Alibaba bis hin zu Salesforce.

 

 

Daten einfach visualisieren

Sind die Daten angebunden, geht es im nächsten Schritt um deren Visualisierung. Tableau ist für einen großen Umfang an Visualisierungsmöglichkeiten auf dem Markt bekannt. So sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Einen guten Einblick in die Möglichkeiten von Tableau liefert die Tableau Public Gallery, in der man die unterschiedlichsten Dashboards oder Visualisierungen entdecken kann. Ebenfalls empfehlenswert und inspirierend ist die Rubrik „Viz of the day“. Es lohnt sich, hier mal einen Blick reinzuwerfen.

 

Da Menschen Informationen oft schneller über Bilder als über bloße Zahlen erfassen, ist die Datenvisualisierung äußerst wichtig. Tableau bietet eine umfangreiche Bibliothek, die von einfachen Graphen bis hin zu komplexeren Darstellungen reicht. Auch hier dreht sich alles um die Benutzerfreundlichkeit. So hebt Tableau beim Hovern über bestimmte Daten diese hervor und gibt dem Nutzer schnell und einfach fokussierte Insights. Bei der Erstellung der Visualisierung ist kein technisches Wissen notwendig, da sie einfach per Drag-and-Drop der bestimmten Kennzahlen vollzogen werden kann.

Regressionsanalyse_neu_Tableau

Quelle: Vision11 GmbH

Aus vereinzelten Daten eine Geschichte entstehen lassen

Einen Erkenntnisgewinn bekommt man nicht nur aus unterschiedlichen Diagrammen, Graphen oder Tabellen. Der Gesamtüberblick ist oftmals das entscheidende Merkmal, um businessrelevante Entscheidungen zu treffen. Tableau bietet auch zum Storytelling vielfältige Funktionen. Es gibt folgende Bestandteile innerhalb von Tableau: Arbeitsblatt, Dashboards, Storypoints und Stories. Aus einzelnen Arbeitsblättern kann sich ein Dashboard entwickeln. Mehrere Dashboards können eine Story mit verschiedenen Storypoints erzählen. Diese Unterteilung und Granularität befähigt den Nutzer, die Geschichte auf eine besondere Art und Weise zu erzählen und dem Leser gibt sie die Möglichkeit, die Zusammenhänge schneller zu verstehen.

 

Über Filter kann ein spezifischer Kontext gesetzt werden, sodass einzelne Dashboards auch mehrfach genutzt werden und verschiedene Geschichten erzählen. Dies ist in Unternehmen besonders nützlich, wenn interdisziplinär gearbeitet wird. Auch das Teilen der Erkenntnisse ist einfach, da es mehrere Exportmöglichkeiten gibt, wie zum Beispiel das Versenden als Bilddatei oder PDF.

 

 

Tableau für Unternehmen und Unterschiede der Nutzerrechte

Beim Gesamtangebot von Tableau kann man zunächst etwas den Überblick verlieren, aber die Software bietet verschiedene Lösungen für unterschiedliche Bereiche an. Wie bereits gezeigt wurde, ist Tableau Prep für die Datenbereinigung und -aufbereitung zuständig. Tableau Desktop, als Teil von Tableau Creator, bietet eine umfangreiche Lösung zur Analyse und Visualisierung von Daten. Tableau Online bietet die Möglichkeit der vollständig in der Cloud gehosteten Analytics Plattform. Somit fallen keine Kosten für Server Konfiguration, Upgrades oder Skalierung von Hardwarekapazitäten an.

Mit der kostenlosen Tableau Reader Anwendung ist das Betrachten der Daten möglich. Somit kann jeder ohne Zugriff auf die entsprechenden Daten die Dashboards betrachten und Erkenntnisse ableiten. Allerdings wird diese Anwendung nun nach und nach von Tableau Viewer ersetzt.

 

Im Kern gibt es drei verschiedene Pakete (Tableau Creator, Tableau Explorer und Tableau Viewer), die sich in der Anwenderrolle unterscheiden. Während spezialisierte Datenanalysten auf umfangreiche Funktionen zurückgreifen können, reicht anderen Anwendern das bloße Betrachten der Daten und Visualisierungen.

 

 

Fazit

Tableau kann bei der Datenanalyse die komplette Bandbreite abdecken. Mithilfe von Tableau Prep werden Daten einfach aufbereitet, Tableau Desktop hilft bei der Analyse und Visualisierung und Tableau Server oder Tableau Online ermöglichen den Austausch von Erkenntnissen in Unternehmen und Organisationen. Dies alles fördert datengetriebene Entscheidungen innerhalb eines Unternehmens. Aufgrund des Abo-Modells ist es für unterschiedliche Unternehmensgrößen interessant. Durch die einfache Handhabung hat sich Tableau im Business Intelligence Toolvergleich nicht umsonst als ein sehr populäres BI-Tool herausgestellt. Ein großer Pluspunkt ist die Nutzung ohne Expertenwissen, sodass es in sämtlichen Branchen und Fachbereichen zum Einsatz kommt. Es bleibt abzuwarten, wie sich Tableau nach dem Salesforce-Deal verändern wird, doch eines ist sicher: Tableau bietet einen hohen Nutzen und vereinfacht den Austausch und das Verständnis von Daten.

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